Fahrradhochburg Cottbus

Die Region der Lausitz und damit auch Cottbus steht vor einem gewaltigen Umbruch. Hierdurch entsteht eine einmalige Chance, eine attraktive und zukunftsweisende Modellregion zu erschaffen, die als Vorzeigeprojekt für Deutschland (und Europa) dienen könnte.

Ein zentraler Punkt ist dabei die Berücksichtigung einer seit langem benötigten Verkehrswende, die sich nicht auf den Austausch des bisherigen motorisierten Individualverkehrs (MIV) durch individuelle Elektroautos beschränkt, sondern es muss ein Verkehrssystem aufgebaut werden, in dem umweltgerechte Verkehrsmittel den Kern bilden. Zentrum dieses Systems kann auf Grund seiner zahlreichen Vorteile nur das Fahrrad sein.

 

Das letzte Radverkehrskonzept der Stadt Cottbus stammt aus dem Jahr 2005 und hatte zum Ziel, den Ruf der Stadt als „Fahrradhochburg“ auszubauen und „die Nummer 1 unter den großen Städten in Ostdeutschland“ zu werden. Von diesem Konzept wurde bis zum heutigen Tag wenig bis sehr wenig umgesetzt.

 

Die Wählergruppe UNSER COTTBUS! sieht in der derzeitigen Situation die Chance, die bereits formulierten Ziele umzusetzen und aus der Stadt tatsächliche eine Fahrradhochburg zu schaffen, die überregionale Strahlkraft erreichen kann. Dazu gehört sowohl der Ausbau der Radverkehrswege innerhalb der Stadtgrenzen, als auch eine Ausweitung der Wege aus der Stadt in die wunderschöne und so nahe gelegene Natur in der umliegenden Landschaft.

Fahrrad-Experte Heiko Straehler-Pohl von der Wählergruppe UNSER COTTBUS! sagt:  „Das Fahrrad soll als gleichwertiger Verkehrsteilnehmer behandelt werden. Der Anteil des MIV im Modal Split soll primär durch eine Stärkung des Radverkehrs gesenkt werden. Cottbus soll nicht nur im Vergleich zu anderen ,großen Städten in Ostdeutschland’ zu einer Fahrradhochburg werden, sondern Deutschland- (Europaweit).“

UNSER COTTBUS! setzt sich für exklusive Radwege ein, die es jedem Radfahrer ermöglichen, sicher und in angemessener Geschwindigkeit die Stadt (Cottbus) zu durchqueren.

 

 

HINTERGRUND:

 

Zur Info:

Modal Split wird in der Verkehrsstatistik die Verteilung des Transportaufkommens auf verschiedene Verkehrsmittel genannt. Eine andere gebräuchliche Bezeichnung im Personenverkehr ist Verkehrsmittelwahl.

 

Der ADFC hat jüngst eine Umfrage zum Modal Split in Cottbus gestartet.

Hier die Antworten der Wählergruppe UNSER COTTBUS!:

 

 

  1. Kennen Sie die Anteile der jeweiligen Verkehrsträger am Modal Split in Cottbus und wie sollen

sich diese Anteile in der kommenden Legislatur Ihrer Meinung nach ändern?

Unser Cottbus: […]Zahlen aus 2013, Prognose 2020 aus INSEK. Mit einem Anteil des MIV von 39,6 %

liegt Cottbus im bundesdeutschen Durchschnitt […]. Egal ob fur den Weg zur Schule, Universität,

Arbeit oder für Ausflüge –das Fahrrad sollte als Hauptverkehrsmittel gelten. Nur wenn neben der

Gesundheitsforderung, dem Umweltbewusstsein und dem Geldersparnis,die Sicherheit und der

Komfort gewährleistet wird,den die Radfahrer benötigen, um sich wohl zu fühlen, kann dieses Ziel

erreicht werden. Nach Möglichkeit soll das Fahrrad das Auto als häufigstes Transportmittel bei der

Verkehrsmittelwahl ablösen. Dies kann jedoch nur ein längerfristiges Ziel sein, dass wir in der

kommenden Legislatur unbedingt anstoßen wollen.Ebenfalls ist der ÖPNV-Anteil mit 9,4 % stark

ausbaufähig.

 

 

  1. Halten Sie das Verhältnis der Flächen, die in Cottbus dem Motorisierten Individualverkehr, dem

ÖPNV, dem Rad- und dem Fußverkehr zugeteilt sind, für angemessen? In welche Richtung sollte

sich ihrer Meinung nach dieses Verhältnis verändern?

Unser Cottbus: Ein Problem ist ein häufig fehlender exklusiver Radweg. Dadurch kommt das

(berechtigte) Gefühl auf, dass der Radfahrer dem motorisierten Verkehr und auch dem Fußgänger

untergeordnet wird. In diesem Sinne halten wir die Flache, die dem Radfahrverkehr exklusiv zur

Verfugung steht, für zu gering. Dazu kommt der Zustand der vorhandenen Radwege, der neben der

Oberfläche auch in seinem Ausmaß (seiner Breite) oftmals für ein unangenehmes und vor allem

unsicheres Fahrgefühl sorgt, das durch die relativ hohe Unfallquote in der Stadt bestätigt wird. Es ist

also nicht nur eine quantitative,sondern auch eine qualitative Frage, wenn es um die vorhandenen

Flachen für Radfahrer geht.

 

  1. Kennen Sie das Radverkehrskonzept von Cottbus und den Stand der Umsetzung?

Unser Cottbus: Das letzte Konzept stammt aus dem Jahr 2005[…].[…] Der Radverkehrsanteil im modal split ist seitdem nicht gestiegen, sondern zurückgegangen. Dies ist ein Indiz für die inkonsequente Forderung des Radverkehrs. Von dem Konzept ist – leider – wenig umgesetzt worden (es fehlen weiterhin Fahrradparkanlagen, die Wegweisung ist verbesserungswürdig, die Sicherheitslage hat sich kaum gebessert...). Ein wichtiger Punkt ist die Verbesserung des Fahrradklimas durch Öffentlichkeitsarbeit. Nach wie vor wird das Fahrrad in der Realität als nachrangiger Verkehrsteilnehmer behandelt und dies spüren insbesondere die Radfahrer selbst, wodurch die Lust und Freude am Radfahren stark gemindert wird. Ebenfalls ist eine Veloroute (Nord-Sud und Ost-West-Verbindung) bisher nicht realisiert worden.

 

  1. Werden Sie sich dafür einsetzen, dass Radfahrende in Cottbus als am Verkehr Teilnehmende

wahrgenommen werden, die eigene Wege, eigene Lichtsignalanlagen, eigene Wegführung an

Baustellen sowie einen funktionierenden Winterdienst haben?

Unser Cottbus: Ja! Im Rahmen unserer Möglichkeiten werden wir versuchen, die Sicherheit der

Radfahrer zu verbessern. Dazu gehört eine gesonderte Wegführung an Baustellen wie auch die

besondere Berücksichtigung von Knotenpunkten, die eine hohe Unfallanzahl aufweisen. Ein Konzept,

das den Radverkehr in der Stadt starken wurde, wäre die Entwicklung einer Veloroute (Süd-Nord und

Ost-West-Verbindung) abseits der Hauptverkehrswege, auf der vermehrt „Grüne Wellen“ auf das

Tempo von schnelleren Radfahrern abgestimmt sind. Auf diese Weise wäre der Autoverkehr nur

gering betroffen und die Reisezeit und das Wohlbefinden von Radfahrern ließe sich verringern. Und

nur, wenn auch längere Strecken sicheres und komfortables Fahren erlauben, kann Cottbus zu der

Fahrradstadt werden, zu der sie sich bereits vor einigen Jahren selbst ernannt hat.

 

  1. Wie werden Sie die Vision Zero (0 Verkehrstote und Schwerverletzte) unterstützen und

sichtbarer machen?

Unser Cottbus: Die Verkehrssicherheit muss zu den zentralen Punkten eines neuen

Verkehrskonzeptes für die Stadt gehören. Jede Verletzung ist eine zu viel. Dazu gehört auch ein

Ausbau der Verkehrserziehung, sowohl bei Kindern als auch erwachsenen Verkehrsteilnehmern.

 

  1. Wo sehen Sie Möglichkeiten für das Ausweisen von Fahrradstraßen und Radschnellwegen in

Cottbus? Werden Sie sich dafür einsetzen, diese umzusetzen?

Unser Cottbus: Für ein ganzheitliches und umsetzbares Konzept wäre es ratsam, externe

„Planer“einzustellen, die sich dieser Frage annehmen. Einzelne Brennpunkte, wie den

Altmarktbereich/Oberkirche/Karlstraße zwischen Zimmerstraße und Bonnaskenplatz etc. sollten in

ein solches Gesamtkonzept integriert werden.

  1. Werden Sie sich für das Schaffen von sicheren Abstellplätzen in ausreichender Anzahl für

Fahrräder im Stadtgebiet und an den Cottbuser Bahnhöfen einsetzen?

Unser Cottbus: […] Moderne Abstellmöglichkeiten –keine alten Trapezbügel – finden sich noch in zu

geringem Umfang sowohl an den Bahnhöfen als auch in der Innenstadt. Der Umbau des nördlichen

Bahnhofsumfeldes etwa eignet sich als Pilotprojekt zu einer gemeinsamen Entwicklung eines

fahrradfreundlichen Konzepts, das die Mitwirkung von „Experten“ erfordert, […]. Dazu kommen die Punkte: Sicherheit durch LED-Beleuchtung, Radständer, an denen Rad und Rahmen angeschlossen werden können und Witterungsschutz.

 

  1. Werden Sie sich dafür einsetzen, Veranstaltungen wie einen „autofreien Tag“ in Cottbus zu

initiieren?

Unser Cottbus: Ein „autofreier“ Tag ist eine schöne Idee - in seiner Umsetzung für die ganze Stadt

jedoch eher unrealistisch. Aktionen wie das „Critical Mass“-Movement, das zurecht sagt - „We’re not

blocking traffic, we ARE traffic!“ – sind eine Form des Handelns, die zumindest ein Stück weit auf die

vorhandene Situation aufmerksam macht, in der sich unsere Welt derzeit befindet. Leider scheint

sich, trotz zahlreicher Initiativen, nur wenig und nur langsam etwas zu andern. Daher erscheint es uns sinnvoller, den Radfahrer zu stärken und den Autofahrer mit überzeugenden Argumenten (neben der

Umwelt die bereits erwähnten Punkte) dazu zu bewegen, ebenfalls auf das Fahrrad umzusatteln.

 

  1. Setzen Sie sich dafür ein, die kommunalen Stellen mit Dienstfahrrädern auszustatten?

Unser Cottbus: Ja, das werden wir.

 

  1. Welchen jährlichen Finanzbedarf sehen Sie für den Radverkehr in Cottbus (in Euro/

Einwohner/in) und wie werden Sie sich einsetzen, diesen zu erreichen? In welchen Bereichen

werden Sie die finanziellen Mittel priorisiert einsetzen?

Unser Cottbus: Auf unsere telefonische Anfrage hin konnte der zuständige Sachbearbeiter keine Angaben zu den derzeitigen Ausgaben der Stadt (in Euro/ Einwohner/in) für den Radverkehr nennen. Wir denken, der Betrag sollte zwischen 10 und 15 Euro liegen.